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Mehr Infos zu den Fakten und Hintergründen 

Was ist der IPCC?

1988 schlossen sich die Weltorganisation für Meteorologie und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen zusammen, um ein Gremium zu gründen: die sogenannte Zwischenstaatliche Sachverständigengruppe für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, kurz I.P.C.C.), die oft auch als Weltklimarat bezeichnet wird. 1990 legten Wissenschaftler ihren ersten Bericht vor und aufgrund der komplexen Struktur und der Möglichkeit der Einflussnahme durch die Politik drohte das gesamte Unterfangen zu scheitern.

Entstanden unter der Reagan Regierung entstand schnell der Verdacht, dieses System von Anfang an so konstruiert zu haben, dass es keinen ernstzunehmenden Einfluss auf sozialpolitischen Abläufe nehmen könne. Nichtsdestotrotz konnte der I.P.C.C. überleben und hat seitdem alle fünf bis sechs Jahre Berichte über die klimatischen Veränderungen und deren Auslöser veröffentlicht.

 

Code Red für die Menschheit

Der letzte Bericht hat weltweit hohe Wellen geschlagen, selten wurde so deutlich auf Papier gebracht, wie rapide sich die weltweite Situation verschlechtert hat. Über Länge und Art der Präsentation lässt sich genauso gut streiten, wie über die Ursprünge des I.P.C.C., jedoch die Fakten sind unumstößlich. Man muss dieser Tage kein Klimaforscher sein, um zu merken, dass sich die Welt in rasend schnellem Tempo verändert.

In den USA gab es dieses Jahr mehrere Hitze Warnungen, Menschen wurden in gekühlte Gebäude evakuiert. In Japan sterben jedes Jahr mehrere hundert Menschen an der Hitze, während der Hitzewelle 2018 mussten rund 70.000 Bewohner des Landes zudem stationär aufgenommen werden.

Die Stadt Siracusa auf Sizilien stellte dieses Jahr mit 48,8 Grad einen neuen europäischen Temperaturrekord auf. In Algerien, das ebenfalls unter großer Hitze litt, kamen mehr als sechzig Menschen bei Waldbränden ums Leben.

Die Waldbrände in Griechenland veranlassten den griechischen Ministerpräsidenten, eine “Naturkatastrophe ungekannten Ausmaßes” auszurufen, und in der chinesischen Provinz Sichuan wurden mehr als achtzigtausend Menschen wegen Überschwemmungen durch sintflutartige Regenfälle evakuiert.

Auch Deutschland wurde bekanntermaßen hart von plötzlichen Flutwellen getroffen. Hier starben nach heutigem Stand fast 200 Menschen und es werden immer noch zahlreiche Bewohner der betroffenen Gebiete vermisst. Der Sachschaden ist so immens, dass er noch gar nicht abschließend erfasst werden konnte, man rechnet mit mindestens 5 Milliarden Euro Schäden. Und dies sind nur einige Beispiele, man könnte die Liste fast beliebig lang fortführen

 

Ergebnisse des IPCC Klima Berichtes

Es entsteht in den letzten Jahren oft das Gefühl, Zeitzeuge eines Katastrophenfilms zu werden,  so gehäuft treten diese Ereignisse auf. Dies bestätigt auch der Klimabericht des I.P.C.C.

Klar wird erläutert, wie die vom Menschen verursachte Erwärmung bereits zu mehr Hitzewellen, stärkeren Regenfällen und heftigeren Wirbelstürmen geführt hat. Für die kommenden Jahrzehnte sind noch heißere Hitzewellen und schlimmere Überschwemmungen zu erwarten und Ereignisse, wie Flutkatastrophen oder großflächige Waldbrände, die heute als extrem gelten, werden alltäglich sein. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, nannte den Klima-Bericht daher auch wenig überraschend einen “Code Red für die Menschheit”.

Wir haben hier die Ergebnisse des Berichtes zusammengefasst

  • Die globale Oberflächentemperatur war im Jahrzehnt 2011-2020 um 1,09 °C höher als im Zeitraum 1850-1900

  • Die globalen Temperaturen sind jetzt höher als zu jedem anderen Zeitpunkt in den letzten 125.000 Jahren

  • Die letzten fünf Jahre waren die wärmsten seit 1850

  • Die jüngste Anstiegsrate des Meeresspiegels hat sich im Vergleich zu 1901-1971 fast verdreifacht

  • Der menschliche Einfluss ist mit 90% Wahrscheinlichkeit die Hauptursache für den weltweiten Rückgang der Gletscher seit den 1990er Jahren und den Rückgang des arktischen Meereises

  • Es gilt als sicher, dass heiße Extremereignisse, einschließlich Hitzewellen, seit den 1950er Jahren häufiger und intensiver geworden sind, während kalte Ereignisse seltener und weniger schwerwiegend geworden sind

Der neue Bericht macht auch deutlich, dass die Erwärmung, die wir bisher erlebt haben, zu Veränderungen in vielen unserer planetarischen Lebensgrundlagen geführt hat, die auf Zeitskalen von Jahrhunderten bis Jahrtausenden unumkehrbar sind.

Das heißt im Klartext: Wir haben die Welt schon so stark verändert, dass wir den Verfall der Lebensgrundlage des Menschen nicht nur kaum noch stoppen können, sondern es auch mehrere Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende dauern würde, die Schäden zu reparieren.

 

 

Zukünftige Auswirkungen

  • Die Temperaturen werden unter allen Emissionsszenarien bis 2040 um 1,5 °C über den Werten von 1850-1900 liegen.

  • Die Arktis wird wahrscheinlich in allen bewerteten Szenarien mindestens einmal vor 2050 im September praktisch eisfrei sein

  • Das Auftreten einiger Extremereignisse, die selbst bei einer Erwärmung von 1,5°C “in der Geschichte beispiellos” sind, wird zunehmen.

  • Extreme Meeresspiegelereignisse, die in der jüngeren Vergangenheit einmal pro Jahrhundert auftraten, werden bis 2100 an mehr als der Hälfte der Gezeitenpegelstandorte mindestens jährlich auftreten
Am Ende steht die Hoffnung

Obwohl die Prognosen für die künftige Erwärmung in diesem Bericht deutlicher denn je sind und sich viele Auswirkungen einfach nicht vermeiden lassen, warnen die Autoren des Berichtes trotzdem vor Fatalismus.
Es gibt nämlich noch die Möglichkeit, die sogenannten Kipppunkte zu vermeiden

Von einem Kipppunkt spricht man, wenn ein Teil des Klimasystems der Erde als Reaktion auf die anhaltende Erwärmung eine abrupte Veränderung erfährt.

Wir werden wahrscheinlich nie wieder ganz normale klimatische Umstände erleben oder gewohnte Wetterstrukturen, aber wir können nach  wie vor den Kollaps des Systems immer noch verhindern. An dieser Stelle ist gerade jetzt die Politik gefragt, um mit einer klaren Priorisierung von Klimathemen die Erreichung der Kipppunkte zu verhindern. Auch regionale Konzepte sind Teil der Lösung und viele Akteursbündnisse bemühen sich zum Teil schon seit den 80er Jahren um einen Strukturwandel auf den unterschiedlichsten Gebieten.

Anhand der Fakten kann sich schnell das Gefühl der Machtlosigkeit einstellen, aber jeder kann viel tun, um einen Beitrag zu leisten. Wer selbst aktiv werden möchte, kann bspw. durch ehrenamtliches Engagement aber auch einfach durch Veränderungen in seinem eigenen kleinen Microkosmos seinen Teil beitragen – und nicht zuletzt natürlich auch durch die Entscheidungen, die wir regelmäßig auf den Wahlzetteln treffen.
Auch wir berichten an dieser Stelle regelmäßig über große und kleine Möglichkeiten, unsere Welt aktiv und bewusst positiv zu gestalten.
Wenn es Themen gibt, über die Ihr mehr wissen möchtet, schickt uns gerne eine Nachricht!