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Die meisten Kitas haben ein Außengelände, wo die Kinder sich austoben, klettern, im Sandkasten oder Verstecken spielen können. Wenn genug Platz und Zeit da ist, finden sich auf dem Gelände auch manchmal noch Gemüse- oder Hochbeete, Beerensträucher oder Obstbäume. Besonders schön ist es, wenn nicht nur die Kinder von der Natur und dem Essbaren auf dem Kitagelände profitieren können, sondern auch die Insekten und Kleinstlebewesen Nahrung und Lebensräume finden.

Dazu lohnt es sich, ein Staudenbeet mit regional angepassten Blühpflanzen anzulegen. Besonders in der Stadt mit immer mehr versiegelten Flächen fehlt es vielen Insekten an Nahrung, Brutstätten und Überwinterungsmöglichkeiten.

Eine unserer Modellkitas – das Quäker Nachbarschaftsheim e.V. – hatte jetzt das Glück, ein solches Blühbeet anlegen zu können. Finanzielle Unterstützung bekam die Kita dabei von der Stadt Köln, genauer gesagt vom Förderprogramm Umweltbildung, welches u.a. Kitas, Schulen und Vereine dabei unterstützt, erlebbare Natur- und Umweltprojekte umzusetzen.

Angestoßen und umgesetzt wurde das Blühbeet von zwei Frauen – Elise und Anna. Elises Kind geht selbst in die Kita des Quäker Nachbarschaftsheimes und so hatte sie die Idee, die ungenutzte und mit Rasen bedeckte Fläche neben dem Eingang aufzuwerten und in ein wertvolles und anschauliches Stück Natur zu verwandeln.

Wir konnten die Entwicklung des Beetes von Anfang mit begleiten und werden die Erfahrungen, die Anna und Elise dabei gemacht haben, auch bald in Form eines nützlichen Leitfadens in unserem Baukasten zur Verfügung stellen.

Die Planung eines solchen Beetes ist mit Zeit und Aufwand verbunden, gärtnerische Vorkenntnisse sind empfehlenswert. Die Standortfaktoren im Beet müssen mit den Ansprüchen der Pflanzen verglichen werden – Bodenbeschaffenheit, pH-Wert, Licht- und Schatten und Feuchtigkeit sollten vorher begutachtet werden. Wer eher ungeduldig ist, kann Pflanzen auch auf gut Glück ins Beet setzen und beobachten, wie es ihnen ergeht. Anne und Elise haben sich für den Mittelweg entschieden – zu einigen Pflanzen wurde im Detail recherchiert, andere wurden spontan eingekauft und gesetzt. Im Zweifel lassen sich Stauden auch gut nochmal umsetzen.

Nach der Planung kam die praktische Phase. Dort, wo jetzt ein Blütenmeer ist, war vorher nur Gras. Am Anfang galt es also die komplette Grasnarbe abzutragen. Zum Teil wurden die abgestochenen Stücke kreativ weiterverwendet, um daraus kleine Hügel im Beet zu bauen, auf denen jetzt Sukkulenten wachsen.
Zum eigentlichen Setzen der Pflanzen ins Beet brauchte es dann Ruhe und Konzentration. Lieber die Beschreibung auf dem Pflanzkärtchen noch ein zweites Mal checken, die Pflanzabstände beachten und für die spätere Übersicht genau dokumentieren, was wo gepflanzt wurde. Gut wässern und dann heißt es abwarten, wie sich die Pflänzchen entwickeln.

Hier könnt Ihr im Vergleich sehen, wie das Beet im Juni, Juli und Anfang September ausgesehen hat.

Bei unserem letzten Besuch kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Überall schwirrte, summte und krabbelte es. Lila, rosa, gelb, rot, orange und weiß leuchtete es uns entgegen. Echinacea, Anemone, Sonnenblume, Flockenblume, Borretsch, Phacelia, Malve, Ringelblume, Knöterich, Sedum, Schafgarbe, Lupinen und viele viele Pflanzen mehr lassen sich entdecken.
Eine Pflanze, die Elise besonders mag, ist die wilde Karde. Sie ist hochwachsend, blüht in einer besonderen ringförmigen Anordnung und sieht auch im verblühten Zustand noch sehr ansprechend aus.
Weitere Ideen, die Elise und Anna noch in naher Zukunft umsetzen möchten sind u.a. Nisthilfen für Insekten und Vögel und einen Totholz-Bereich. Außerdem sollen die verschiedenen Stauden kleine Hinweisschilder bekommen, auf denen der Pflanzenname vermerkt ist.

Viel positives Feedback haben die beiden Frauen schon bekommen. Kinder, Eltern und Mitarbeitende der Kita bleiben oft an dem Beet stehen, staunen, beobachten und freuen sich über die Vielfalt. Wir sind gespannt, wie das Beet im nächsten Jahr aussehen wird. Welche Pflanzen haben es durch den Frost geschafft, welche haben sich selbst ausgesät und verbreitet, welche wurden überwuchert und welche Sträucher tragen Früchte? Naturnahes Gärtnern bedeutet auch, Freude an den Veränderungen, Anpassungen und Eigenarten der Pflanzen zu haben und nicht zu stark einzugreifen.
Gibt es in eurer Kita auch ungenutzte Gras- oder Brachflächen und würdet ihr Euch dort ein schönes Blühbeet wünschen? Elise und Anna nehmen gerne Aufträge in interessierten Kitas an, um ein solches Projekt zu planen und umzusetzen. Schreibt uns und wir stellen den Kontakt her.