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Reisanbau und die Folgen für das Klima

Reis ist vor allem in Asien das wichtigste Grundnahrungsmittel – 90% der weltweiten Produktion wird dort verzehrt.
Laut OCE (Observatory of Economic Complexity) waren 2019 Indien und Thailand die Hauptexporteure von Reis. Iran und China haben den meisten Reis importiert. Aber auch bei uns in Europa ist Reis eine beliebte Sättigungsbeilage und von den Tellern nicht mehr weg zu denken. In Europa ist Italien der größte Reisproduzent, gefolgt von Spanien und Frankreich.

Doch neben der Vielseitigkeit und einfachen Handhabung von Reis in der Küche, birgt er leider auch einige Nachteile für Umwelt und Klima, die vor allem mit dessen Anbau zusammenhängen. Hauptsächlich sind zwei Faktoren verantwortlich für die schlechte Klima- und Ökobilanz des Reisanbaus – der hohe Wasserverbrauch und der Methanausstoß.

 

Es gibt verschiedene Anbaumethoden, allerdings wird der sogenannte Nassanbau am häufigsten praktiziert. Dabei werden die Felder mit den Setzlingen komplett unter Wasser gesetzt – entweder auf natürlich Weise durch Überschwemmungen von Flüssen oder auch mithilfe von Bewässerungssystemen. Traditionelle und natürliche Methoden schonen dabei meist Boden und Grundwasserspiegel. Die heute oft angewandten hochtechnologischen Systeme allerdings machen die Bewässerung zu einer kostenintensiven Angelegenheit. Außerdem werden den Böden massiv Nährstoffe entzogen, die durch Düngemittel wieder eingebracht werden müssen. Infolge der eingesetzten Wasserpumpen sinkt der Grundwasserpegel in vielen Anbaugebieten und die Wasserversorgung der Bevölkerung ist gefährdet.  Um 1kg Reis im Nassanbau zu produzieren, werden geschätzte 2.000 bis 5.000 Liter Wasser benötigt.

Das zweite Problem ist das Methan – ein Treibhausgas mit einer ca. 25 mal stärkeren Wirkung als CO2.  In dem Wasser, in dem die Reispflanzen wachsen, leben und vermehren sich Mikroorganismen, die in großen Mengen Methan produzieren und an die Luft abgeben. Laut einem früheren IPCC-Bericht gehört der Reisanbau sogar zu einer der viertgrößten Emissionsquellen klimarelevanter Gase aus der Landwirtschaft. Hinzu kommen außerdem noch die Emissionen, die beim langen Transport bis in unsere Supermarktregale entstehen.

 

Heißt das, dass wir für immer auf Reis verzichten sollten? Nein! Die Verantwortung auf das Individuum abzuwälzen kann nie die langfristige Lösung sein. Aber ein bewusster Konsum ist, wie in anderen Bereichen auch, sicherlich sinnvoll. Reis kann gut durch regionale Alternativen ersetzt werden, die alle zu den Getreide- oder Pseudogetreideprodukten gehören. Wir wollen Euch einige davon näher vorstellen. Sie haben alle gemeinsam, dass man sie nicht über Nacht einweichen muss und so ähnlich unkompliziert wie Reis zubereitet werden können.

Alternativen

Dinkelreis
Als Dinkelreis bezeichnet man geschälte Dinkelkörner, die leicht angeschliffen werden, sodass sie im Wasser schneller quellen. Sie können ähnlich wie Vollkornreis zubereitet werden, brauchen also in der doppelten Menge Wasser ca. 20-30min, bis sie gar sind. Dinkelreis punktet mit vielen Ballaststoffen und hochwertigem Eiweiß und das sogar in viel höheren Mengen als weißer Reis. Auch Magnesium, Eisen, Zink und die Vitamine B, A und E sind enthalten.

 

Grünkern
Grünkern ist Dinkel, der unreif geerntet, dann getrocknet und geröstet wird. Er hat eine olivgrüne Farbe und lässt sich mit seinem würzigen Geschmack besonders gut zu Bratlingen verarbeiten. Auch als Komponente in Aufläufen oder als Risotto lässt er sich verwenden. Die Garzeit beträgt 30-40 min.

Graupen
Graupen sind ein Getreideerzeugnis, welches meist aus Gerste oder z.T. auch aus Weizen hergestellt wird. Dafür werden die Körner von ihrer Hülse befreit, geschält, geschliffen und poliert. Manchmal werden sie danach noch weiter zerkleinert, dann spricht man von Perlgraupen. Durch die Entfernung der äußeren Schichten gehen auch viele Nährstoffe und Mineralien verloren, dennoch enthalten Graupen weiterhin viel Eisen, Mangan und Zink. Sie benötigen ca. 20-30 min Garzeit und lassen sich gut als Risotto, Salate, Beilage für Eintöpfe, Pfannengerichte oder süßes Dessert einsetzen.

 

Bulgur & Couscous
Bulgur und Couscous haben gemeinsam, dass sie meist aus geschältem und vorgekochtem Hartweizen hergestellt werden, nur im Zerkleinerungsgrad unterscheiden sie sich. Bei der Herstellung der beiden Getreideerzeugnisse gehen einige der wertvollen Inhaltsstoffe verloren, Bulgur enthält von ihnen insgesamt noch mehr als Couscous. Bulgur wird etwa 15min in Wasser gekocht, bei Couscous reicht ein Übergießen mit kochendem Wasser und anschließendes Quellen aus. Sie eignen sich z.B. zur Füllung von Gemüse, als Grundzutat von Salaten aber auch pur als Beilage zu Gemüse.

 

Hirse
Hirse ist ein Getreide, welches sich durch seinen hohen Eisengehalt auszeichnet. In der doppelten Menge Wasser wird sie 15-20 min lang gekocht. Dabei nur kurz aufkochen und dann auf niedriger Hitze quellen lassen. Hirse ist aus regionalem Anbau in Deutschland erhältlich und lässt sich vielfältig einsetzen. Zum Beispiel kalt als Basis für Salate, warm als Zutat von Eintöpfen oder süß als Frühstücksbrei.

Quinoa
Das ursprünglich aus Südamerika stammende Pseudogetreide enthält hochwertige Proteine, Vitamine und Mineralstoffe und ist vielfältig einsetzbar. Als Zutat von Bratlingen, Eintöpfen, Gemüsepfannen oder auch süß als Brei. Die Garzeit beträgt ca. 15 min. Seit kurzem gibt wird es auch in Deutschland von bisher etwa 60 Landwirt:innen angebaut und kann so emissionsarm bezogen werden.

 

 

Wir konnten hoffentlich zeigen, dass es zahlreiche und vielseitige Alternativen zu Reis als Sättigungsbeilage und Speisenkomponente gibt. Nicht der Verzicht steht hier im Vordergrund, sondern die Anregung, mehr Abwechslung in den Speiseplan zu bringen und Freude am Entdecken neuer Lebensmittel zu haben.