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Ein Besuch beim Biogarten Thurner Hof der Volkshochschule Köln 

„Wer vergisst, wie man die Erde beackert und das Feld bestellt, vergisst sich selbst“

Dieses Zitat von Mahatma Gandhi begrüßt die Besucher des Lehrgartens der Volkshochschule Köln am Thurner Hof.
Es ist zugleich Leitsatz und eine Kurzbeschreibung dieses Biogarten-Projektes, was 1988 begann und bis heute im wahrsten Sinne des Wortes weiterhin Früchte trägt.

Lizzy und Bernadette aus dem StErn Kita Projekt haben diesen wunderbaren außerschulischen Lernort vor einigen Tagen besucht um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen.

 

Vor den Toren der Stadt grüßt einen sattes Grün und frische Landluft, zum Teil vermischt mit Pferdegeruch vom benachbarten Stall. Es fühlt sich sofort an, wie eine kleine Auszeit, ein wenig wie Urlaub.
Beim Betreten des Gartens entschleunigt man automatisch – jeder Schritt auf den Beetplatten will bedacht sein, jede Blüte bestaunt und jedes Insekt einzeln entdeckt werden.

Der Bauerngarten mit seiner Blütenpracht lädt genauso zum Verweilen ein wie der angrenzende Seerosenteich.

Neben einem Nutzpflanzen- und Kräutergarten gibt es auch eine Wiese mit alten Obstsorten. Dazwischen ist noch Platz für einen alten Holzofen zum Brotbacken, mehrere Bienenstöcke und kleine Naturexperimente, wie eine Teichwanne in der ein eigenes kleines Biotop entstanden ist.

Beim Gang über das Gelände ändern sich Geruch und Temperatur, die Beete duften nach Blumen, das Gewächshaus nach Sommerregen und unter den schattigen Bäumen wuchern neben englischem Moos auch seltene Farne – man erahnt plötzlich den noch weit entfernten Herbst.

 

Der VHS Biogarten Thurner Hof ist ein Gemeinschaftsprojekt, rund 15 Mitarbeitende gärtnern, imkern, lehren und lernen nach ökologisch-biologischen Prinzipien und dem Leitbild der VHS.

Gedüngt wird im Sinne einer Kreislaufwirtschaft, also ausschließlich mit eigens hergestellten Kompost und Jauchen. Falls notwendig kommen manchmal lediglich Hornspäne und Kalk, die im biologischen Landbau zugelassen sind, zum Einsatz. Pestizide und chemische Düngemittel werden nicht verwendet, statt dessen wird auf Mischkultur geachtet, eine natürliche Maßnahme zur Vermeidung von Schädlingsbefall.

Das Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften reicht noch weiter: Die Mitarbeitenden benutzen wenn möglich recycelte Materialien, auch Kübel werden gerne vom Sperrmüll gerettet und bepflanzt. Auch eine der StErn Modell Kitas durfte schon ein paar dieser Pflanzgefäße übernehmen, dort wachsen jetzt Radieschen heran.

Es wird zudem auf niedrigen Energieverbrauch geachtet und Klimaschutz großgeschrieben. Dazu zählen auch die Wahrung von Artenvielfalt und die Anpflanzung von ursprünglichen Sorten, z.B. mit Blüten, die nicht durch Züchtung gefüllt sind, so dass Bienen und andere Insekten dort mühelos Nektar sammeln können.

Der Thurner Hof als Lern- und Lehrgarten bietet die Möglichkeit, durch regelmäßige kostenfreie Mitarbeit in den Arbeitskreisen der VHS gärtnerisches und Imker-Wissen zu erwerben, flankiert durch ein wechselndes Angebot kostenpflichtiger Kurse im Rahmen des VHS-Programms.

 

 

Die Gartengemeinschaft hat das ‚Urban Gardening Manifest‘ mit unterzeichnet und hat folglich das Ziel, interessierten Menschen gemeinschaftliches Gärtnern in der Stadt nahe zu bringen und einen sozialen und kulturellen Ort zu schaffen.

Das Kursprogramm kann man hier einsehen.

Wenn Kita- oder Schulgruppen sich den Garten anschauen wollen, kann vorher ein Termin mit Mitarbeitenden vereinbart werden.

Der VHS Biogarten steht generell allen Besuchenden offen, dafür ist keine Anmeldung notwendig. Es ist tatsächlich der perfekte Ort, um die Seele ein wenig baumeln zu lassen und lohnt auf jeden Fall einen Wochenendausflug mit der ganzen Familie. Es wird nicht viele Orte im Raum Köln geben, wo Natur so ursprünglich und vielfältig erlebbar gemacht wurde und ihr gleichzeitig mit tiefem Respekt begegnet wird.

Unten findet Ihr noch mehr Impressionen von unserem Besuch.